Im Jahre 1928 schlossen sich mehrere junge Männer der Gemeinde Mülheim zusammen und äusserten den Wunsch, auch in ihrer Gemeinde ein Tambourkorps zu gründen. Hierzu stellten sich einige altgediente Soldaten des ersten Weltkrieges als Ausbilder zur Verfügung. Der Grundstein für das Tambourkorps war gelegt.

Für die beigetretenen Flötisten Karl Hillebrand, Fritz Kemper, Josef Luig, Fritz Luig und Franz Koch, stellte sich Franz Budeus als Ausbilder bereit. Die drei Tambouren des Tambourkorps Josef Koch, Fritz Schöne und Theo Arens bildete Franz Kühle aus.

Nachdem sich die Spielleute die Instrumente selbst angeschafft hatten, starteten sie im Februar 1928 mit den Proben. Da es zunächst noch keinen eigenen Raum für die Proben gab, probten die Flötisten in der Wohnung ihres Ausbilders. Die Tambouren übten in der Schmiede des Hauses Kühle.

Am 6. Mai 1928 hatte das Tambourkorps dann seinen ersten Auftritt. Es spielte zum Kreisfeuerwehrfest der freiwilligen Feuer- wehr Mülheim – Sichtigvor unter der Leitung von Tambourmajor Franz Budeus, auf. Eine eigene Uniform besaß das Korps damals noch nicht. Deshalb kleideten sie sich bei ihren Auftritten mit der Schützenmütze, weißer Hose sowie einer dunklen Jacke.

Die harten Proben sollte sich schon ein Jahr später bei einem Wettstreit des Tambourkorps in Hirschberg auszahlen. Im Festzug und im Klassenspiel sicherte man sich den ersten Platz. Beim Ehrenspiel wurde man zweiter und im Hauptehrenspiel erlangten die Mülheimer den dritten Platz. Aufgrund dieses Erfolges nahm der Tambourkorps einige Monate später erfolgreich beim Wettstreit des Spielmannszuges der Turnvereins Belecke teil. ( )

Im Jahre1932 entschlossen sich die Mülheimer dazu eine eigene Uniform anfertigen zu lassen. Die Uniform setzte sich fortan aus einem zweireihigen, dunkelblauen Rock, sowie der Feuerwehrmütze und einer weißen Hose zusammen. Die Kleidung, die von Schneidermeister Wiegelmann angefertigt wurde, gefiel den Spielleuten auf Anhieb.

In den folgenden Jahren verzeichnete das Korps einen regen Zuwachs. 1933 trat Bernhard Cramer, 1934 Willi Dicke dem Tambourkorps Mülheim Möhne bei. 1936 waren es Hugo Hillebrand und Heinz Cramer. In den Jahren darauf spielten die Mülheimer bei den heimischen Schützenfesten und verschiedenen auswärtigen Feuerwehr- festen. Durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde das Tambourkorps jedoch auseinander gerissen. Aus Altersgründen traten im Jahre 1935 Tambourmajor Franz Budeus sowie Franz Kühle zurück. Der Flötist Fritz Kemper wurde als neuer Major gewählt.

Trotz personeller Engpässe war das Tambourkorps bei den Veranstaltungen des Dorfes nicht wegzudenken, bis der im Jahre 1939 ausgebrochene Krieg allen Festen ein Ende setzte. Bei Kriegsende war das Korps aufgelöst, und da in den ersten Jahren nach dem Krieg keine Feste veranstaltet wurden, dachte auch niemand an einen Neuaufbau.